7 Tipps zum Umgang mit Konflikten im Team

»Eines kann ich gerade gar nicht gebrauchen … schon wieder ein Konflikt in meinem Team.«

Denken und sagen Sie das teilweise auch?

Hier gebe ich Ihnen 7 Tipps zum Umgang mit Konflikten in Teams, die Sie sofort anwenden können.

1. Akzeptieren, dass Konflikte normal sind

»Konflikte - das braucht kein Mensch! Erst recht nicht, wenn so viel los ist.« Sind wir doch aber mal realistisch: Konflikte sind normal! Sie sind tagtäglich im privaten Umfeld und im Job. Und: Konflikte sind nicht unbedingt etwas Negatives. Der offene und konstruktive Umgang mit ihnen kann zu besseren Lösungen und einem offeneren Miteinander führen.

Was ist denn ein Konflikt? Ein Konflikt kann entstehen, wenn unterschiedliche Meinungen, Interessen, Sichtweisen, Motive oder Gefühle aufeinanderstoßen, die mit Emotionen verbunden sind. Teilweise sind Konflikte aber gar keine Konflikte, sondern einfach nur Missverständnisse, über die nicht gesprochen wurde.

Schon durch die Tatsache, dass wir Konflikte als normal ansehen, ändert sich unsere Einstellung zu dem Konflikt. Dieses ist ein zentraler Punkt! Wir werden sensibler für das Thema und werden weniger wegschauen, wenn wir einen Konflikt im Team spüren.

 2. Anzeichen für Konflikte erkennen

Trainieren Sie Ihre Antennen und die Ihres Teams in Bezug auf die Früherkennung von Konflikten.

Was können Anzeichen für Konflikte sein? Nachfolgend einige Situationen, bei denen Sie sensibel sein sollten.

  • Diskussionen im Team werden sehr schnell emotional und sind nicht mehr lösungsorientiert.

  • Kommunikation läuft immer mehr über Führungskräfte und nicht direkt.

  • Im Team wird nicht mehr miteinander, sondern mehr übereinander gesprochen. Sticheleien nehmen zu.

  • Mitarbeitende sehen nur noch ihren Aufgabenbereich und sind nicht mehr interessiert an den Schnittstellen und dem großen Ganzen.

Gehen Sie diese Situationen an (siehe Tipp 3), bevor sie sich verschlimmern. Es ist besser, einmal danebenzuliegen anstatt mit einer eskalierten Konflikt konfrontiert zu werden. Da ist bereits schon so viel Energie verbraucht worden, Energie, die Sie doch ganz dringend in anderen Bereichen benötigen.

3. Konflikte analysieren

Versuchen Sie, den Konflikt zu verstehen. Wer ist involviert? In welcher Phase befindet sich der Konflikt? Hilfreich ist hier eine erste Einschätzung anhand der Eskalationsstufen nach Glasl. Details finden Sie hier. Wie gehen die involvierten Personen aus Ihrer Sicht den Konflikt gerade an? Auch hier finden Sie ein Raster in meinem Blog, welches hilfreich ist. Sprechen Sie gegebenenfalls mit Anderen, um eine bessere Einschätzung der Situation zu erhalten.

Eines ist mir ganz wichtig: In diesem Schritt geht es nicht darum, eine Doktorarbeit zur Situation zu schreiben. Die Analyse soll Ihnen einfach ein besseres Gefühl geben und Sie vor unüberlegtem Handeln bewahren.

4. Lösungen anstoßen

Hier geht es in die Gespräche. Wichtig ist, dass Sie sich Ihre Rolle klarmachen: Geben Sie einen Anstoß und überlassen es dem Team oder den entsprechenden Personen, den Konflikt selbst zu lösen? Sind Sie Moderatorin oder Schlichter? Oder ziehen Sie eine externe, also neutrale Person hinzu?

Gerade bei Konflikten, die bereits länger schwelen, ist es hilfreich, folgende Frage beantworten: Kennen die Beteiligten Lösungsmethoden und können sie diese anwenden? Wenn dem nicht so ist, macht es gegebenenfalls Sinn, die Gespräche zu moderieren.

Meine Erfahrung zeigt: Je mehr sich die Führungskraft herauszieht oder herausziehen kann, um so nachhaltiger sind die Lösungen. Hier ist aber Konfliktkompetenz gefragt.

5. Konfliktkompetenz aufbauen

Der Aufbau von Konfliktkompetenz im Team bringt viele Vorteile und positive Effekte mit sich:

  1. Verbesserte Kommunikation: Wenn Teammitglieder Konfliktkompetenz entwickeln, verbessert sich die Kommunikation im Team. Sie lernen, offen und respektvoll miteinander umzugehen, Missverständnisse zu klären und konstruktiv zu diskutieren.

  2. Effektivere Konfliktbewältigung: Teams mit gut entwickelter Konfliktkompetenz können Konflikte besser und schneller lösen. Sie sind in der Lage, unterschiedliche Standpunkte zu verstehen und Kompromisse zu finden, die für alle akzeptabel sind.

  3. Förderung von Kreativität und Innovation: Durch die Auseinandersetzung mit verschiedenen Meinungen und Ideen können Teams kreativer werden. Konstruktive Konflikte können neue Lösungsansätze hervorbringen und Innovation fördern.

  4. Stärkere Bindung und Vertrauen: Wenn Teammitglieder gelernt haben, Konflikte konstruktiv zu behandeln, führt dies oft zu einem gestärkten Zusammengehörigkeitsgefühl und größerem Vertrauen untereinander. Man weiß, dass auch in schwierigen Situationen gemeinsam nach Lösungen gesucht werden kann.

  5. Reduzierung von Spannungen und Stress: Unbearbeitete Konflikte können zu Spannungen und Stress innerhalb des Teams führen. Mit Konfliktkompetenz wird dieser negative Effekt minimiert, da Konflikte nicht eskalieren, sondern frühzeitig angegangen und gelöst werden können.

  6. Steigerung der Produktivität: Ein harmonisches Team, das Konflikte effektiv bewältigt, kann sich besser auf die eigentliche Arbeit konzentrieren. Es gibt weniger Ablenkungen durch ungelöste Konflikte, was die Produktivität steigert.

Insgesamt trägt der Aufbau von Konfliktkompetenz dazu bei, dass Teams widerstandsfähiger, effizienter und angenehmer zusammenarbeiten können. Es fördert eine positive Teamkultur, in der unterschiedliche Perspektiven als Bereicherung angesehen werden und Konflikte als Chancen zur Weiterentwicklung betrachtet werden können.

6. Konfliktkompetenz vorleben

Als Führungskraft oder Teamleiter ist es wichtig, ein Vorbild für konstruktive Konfliktlösung zu sein. Zeigen Sie Ihren Teammitgliedern, wie man ruhig und sachlich mit Konflikten umgeht, anstatt sie zu ignorieren oder zu eskalieren. Indem Sie die richtigen Verhaltensweisen vorleben, können Sie Ihr Team dazu ermutigen, ähnliche Ansätze zu übernehmen.

7. Teamentwicklung vorantreiben

Stellen Sie sicher, dass Ihr Team ein Gefühl der Zusammengehörigkeit und gegenseitigen Unterstützung entwickelt. Teammitglieder, die gut zusammenarbeiten, sind oft besser in der Lage, Konflikte konstruktiv anzugehen und zu lösen. Fördern Sie den Aufbau von Vertrauen und Respekt innerhalb des Teams.

Verschließen Sie nicht die Augen vor vermeintlichen Konflikten. Vielleicht sind es ja auch nur Missverständnisse. Diese Tipps werden Sie sicher unterstützen, mit Konflikten konstruktiver umzugehen sowie letztendlich die Effektivität und Zusammenarbeit im Team stärken.

Zurück
Zurück

Warum Führungskräfte-Coaching so wichtig für erfolgreiche Teamentwicklung ist

Weiter
Weiter

6 Strategien zur erfolgreichen Konfliktlösung